Fachlich geprüft am 14.10.2026 · Redaktion GmbH-Stammkapital.de · Werte gegen Gesetzestext und amtliche Gebührentabellen abgeglichen
Zwei Wege, Geld aus der GmbH zu holen
Gesellschafter-Geschäftsführer können sich auf zwei Arten bezahlen. Das Gehalt ist für die GmbH eine Betriebsausgabe und mindert Körperschaft- und Gewerbesteuer. Beim Geschäftsführer ist es Arbeitslohn, der nach dem Einkommensteuertarif besteuert wird, nach Abzug des Arbeitnehmer-Pauschbetrags von 1.230 € (§ 9a EStG). Die Gewinnausschüttung dagegen wird aus dem versteuerten Gewinn bezahlt und beim Gesellschafter noch einmal besteuert, standardmäßig mit 25 % Abgeltungsteuer plus Soli.
Weil die GmbH bei 400 % Hebesatz knapp 30 % zahlt und die Abgeltungsteuer mit Soli 26,375 % beträgt, liegt die Gesamtbelastung einer Ausschüttung bei rund 48 %. Das Gehalt ist günstiger, solange der persönliche Grenzsteuersatz darunter bleibt, und der Spitzensteuersatz von 42 % plus Soli erreicht diese Marke nicht.
Teileinkünfteverfahren als Alternative
Auf Antrag können Gesellschafter mit mindestens 25 % Beteiligung oder mit mindestens 1 % und beruflicher Tätigkeit für die GmbH die Ausschüttung im Teileinkünfteverfahren versteuern (§ 32d Abs. 2 Nr. 3 EStG). Dann sind 40 % steuerfrei (§ 3 Nr. 40 Buchstabe d EStG), 60 % fließen in den Tarif. Werbungskosten, etwa Zinsen für ein Darlehen zum Kauf der Anteile, sind zu 60 % abziehbar (§ 3c Abs. 2 EStG), der Sparer-Pauschbetrag entfällt.
Das lohnt sich, wenn das übrige Einkommen niedrig ist oder hohe Finanzierungskosten anfallen. Der Antrag gilt für das Jahr und die vier folgenden Jahre. Der Rechner zeigt beide Varianten nebeneinander.
Grenzen: Angemessenheit und verdeckte Gewinnausschüttung
Das Finanzamt erkennt ein Geschäftsführergehalt nur an, soweit es einem Fremdvergleich standhält. Was über das Angemessene hinausgeht, ist eine verdeckte Gewinnausschüttung, die den Gewinn der GmbH nicht mindern darf (§ 8 Abs. 3 Satz 2 KStG) und beim Gesellschafter als Dividende gilt. Maßstab sind Branche, Umsatz, Ertragslage und Vergütungsstudien. Bei beherrschenden Gesellschaftern muss die Vereinbarung außerdem im Voraus klar und tatsächlich durchgeführt sein.
Das rechnerische Optimum in diesem Rechner ist deshalb eine Orientierung, keine Empfehlung. Liegt es über einem marktüblichen Gehalt, ist der Rest als Ausschüttung zu behandeln.
Was der Rechner vereinfacht
Sozialversicherung ist nicht berücksichtigt. Das passt für Gesellschafter-Geschäftsführer mit mindestens 50 % oder Sperrminorität, die in der Regel nicht versicherungspflichtig sind. Kranken- und Pflegeversicherung kannst du als Vorsorge im Feld Sonderausgaben eintragen. Pensionszusagen, Tantiemen, Dienstwagen, Holdingstrukturen und Günstigerprüfung sind nicht abgebildet. Der Solidaritätszuschlag auf die Abgeltungsteuer wird ohne Freigrenze gerechnet, so wie ihn die Bank einbehält.
Beispielrechnungen
| Gewinn vor Gehalt | netto nur Ausschüttung | bestes Gehalt | netto beim besten Gehalt |
|---|---|---|---|
| 80.000 € | 52.567,00 € | 78.000 € | 60.710,09 € |
| 120.000 € | 75.533,00 € | 118.000 € | 82.120,69 € |
| 200.000 € | 118.475,93 € | 198.000 € | 126.515,81 € |
| 400.000 € | 220.480,60 € | 398.000 € | 234.320,41 € |
2026, ledig, ohne Kirchensteuer, 6.000 € Sonderausgaben, Hebesatz 400 %, ohne Sozialversicherung. Das rechnerische Optimum ist nur zulässig, wenn das Gehalt einem Fremdvergleich standhält.
Häufige Fragen
Ist Gehalt oder Ausschüttung steuerlich besser?
Bei den meisten Gewinnhöhen ein angemessenes Gehalt, weil es die Unternehmenssteuer von rund 30 % spart und der persönliche Steuersatz darunter oder knapp darüber liegt. Ausschüttungen kommen auf rund 48 % Gesamtbelastung.
Wie hoch darf das Geschäftsführergehalt sein?
So hoch, wie ein fremder Geschäftsführer in vergleichbarer Lage verdienen würde. Darüber liegt eine verdeckte Gewinnausschüttung vor (§ 8 Abs. 3 KStG).
Wann lohnt sich das Teileinkünfteverfahren?
Wenn das übrige Einkommen niedrig ist, sodass 60 % der Dividende mit weniger als 25 % besteuert werden, oder wenn hohe Finanzierungskosten für die Beteiligung anfallen.
Muss die GmbH Lohnsteuer abführen?
Ja. Das Geschäftsführergehalt unterliegt dem Lohnsteuerabzug, die GmbH meldet und zahlt die Lohnsteuer monatlich oder vierteljährlich an das Finanzamt.
Was ist mit der Kapitalertragsteuer bei Ausschüttungen?
Die GmbH behält 25 % Kapitalertragsteuer plus Soli ein und führt sie ab. Damit ist die Steuer abgegolten, außer der Gesellschafter wählt das Teileinkünfteverfahren.
Hinweis: Diese Seite erklärt die gesetzliche Lage und rechnet nach den Formeln aus Gesetz und Gebührenverzeichnis. Sie ist keine Rechts- oder Steuerberatung und ersetzt nicht die Prüfung deines Einzelfalls. Verbindlich sind die Kostenrechnung des Notars, die Kostenrechnung des Registergerichts und die Bescheide von Finanzamt und Gemeinde.
Quellen und Stand
Rechtsstand und Daten abgeglichen am 14.10.2026.
- EStG § 32d abgerufen 14.10.2026
- EStG § 3 Nr. 40 abgerufen 14.10.2026
- EStG § 3c abgerufen 14.10.2026
- KStG § 8 abgerufen 14.10.2026
- EStG § 9a abgerufen 14.10.2026
- EStG § 32a abgerufen 14.10.2026
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